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Wissenswertes
 

Grundbegriffe der Katastervermessung

Katastervermessung

Katastervermessungen sind vermessungstechnische Leistungen, die der Festlegung und Sicherung von Rechten an Grund und Boden, wie z.B. Eigentumsrechten, dienen. Vermessungen, deren Ergebnisse dazu bestimmt sind in das amtliche Liegenschaftskataster übernommen zu werden, dürfen nach §15 des Hessischen Vermessungs- und Geoinformationsgesetzes (HVGG) unter anderen durch Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure (ÖbVI) durchgeführt werden.

Grundstück oder Flurstück?

Das Grundstück ist im Sinne des Bürgerlichen Rechtes und der Grundbuchordnung jeder räumlich abgegrenzte Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch auf einem Grundbuchblatt unter einer laufenden Nummer im Bestandsverzeichnis gebucht ist.

Das Flurstück ist die Buchungseinheit für die Beschreibung und Darstellung der Bodenfläche im Liegenschaftskataster und wird unter einer eigenen Flurstücksnummer geführt. Das Flurstück bildet die Grundlage für den Nachweis der Grundstücke im Grundbuch.

Mehrere im Liegenschaftskataster ausgewiesene Flurstücke können ein Grundstück im Rechtssinne bilden, umgekehrt ist dies aber nicht möglich.

Grundbuch

Die Grundbuchämter sind bei den Amtsgerichten angesiedelt und für die in ihrem Bezirk liegenden Grundstücke zuständig. Für jedes selbständige Grundstück wird ein gesondertes Grundbuchblatt angelegt. Innerhalb eines Grundbuchblattes wird das Grundstück unter einer laufenden Nummer geführt, die als buchungstechnische Einheit im Grundbuch bezeichnet wird. Mehrere Grundstücke eines Eigentümers können auf einem Grundbuchblatt eingetragen werden. Die Grundbuchblätter werden nach einheitlichem Muster geführt und sind wie folgt gegliedert:

* Aufschrift: Deckblatt (Angaben des Amtsgericht, Grundbuchbezirk, Name des Blattes)
* Bestandsverzeichnis: Grundstücksbezeichnung u. die mit dem Eigentum verbundenen Rechte
* Abteilung I: Eigentümer
* Abteilung II: Beschränkungen und Belastungen des Grundstücks (Dienstbarkeiten)
* Abteilung III: Grundpfandrechte (Hypothek, Grundschuld, Rentenschuld)

Eintragungen und Veränderungen im Grundbuch setzen einen festgelegten Verfahrensablauf und die Bewilligung des voreingetragenen Betroffenen voraus. So bedarf es bei dem Vollzug des Kaufes eines Grundstücks durch Eigentumsübertragung stets auch einer Umschreibung des Grundbuchs.

Grundsätzlich ist jeder, der ein berechtigtes Interesse darlegen kann, berechtigt, in das betreffende Grundbuch Einsicht zu nehmen.

Liegenschaftskataster

Das Liegenschaftskataster soll die Liegenschaften so nachweisen und beschreiben , wie es die Bedürfnisse von Recht, Verwaltung, Wirtschaft und Umwelt erfordern. Es ist das amtliche Verzeichnis der Grundstücke im Sinne des §2 der Grundbuchordnung und besteht aus folgenden drei Bereichen:

* Beschreibender Teil:
o das automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB)
* darstellender Teil:
o die automatisierte Liegenschaftskarte (ALK)
o die vermessungstechnischen Unterlagen

Nachgewiesen werden Gestalt, Größe und örtliche Lage der Flurstücke sowie die Art und Abgrenzung der Nutzungsarten. Grundlage des Nachweises sind Vermessungen und örtliche Erhebungen.

ÖbVI

Gemäß §1 der Hessischen Berufsordnung der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BO-ÖbVI) ist der ÖbVI "ein Teil des öffentlichen Vermessungswesens".

Er ist befugt,

* Vermessungen, deren Ergebnisse dazu bestimmt sind, in das LiKa übernommen zu werden, auszuführen und auszuwerten, sowie an Arbeiten der Landesvermessung mitzuwirken.
* Tatbestände, die durch vermessungstechnische Ermittlungen festgestellt werden, zu beglaubigen und zu beurkunden.
als Sachverständiger aufzutreten.

Darüber hinaus nimmt der ÖbVI auch andere Aufgaben auf allen Gebieten des Vermessungswesens wahr.